dem Explorer entgegen ... oder: der Auswandererthread

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homerbundy
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dem Explorer entgegen ... oder: der Auswandererthread

Beitrag von homerbundy »

(Ich finde, dieses interessante Thema hat seinen eigenen Platz hier verdient. Deswegen abgetrennt aus: http://www.explorer4x4.de/viewtopic.php ... c&start=15 .... Gruss - Falk) :)

Cowboy hat geschrieben: Das Leben könnte doch sooo einfach sein. Man müsste nur im richtigen Land leben... Und das ist nicht D!!! :twisted:
Was für einen selbst schlussendlich "das richtige Land" ist, hängt sicher von vielen verschiedenen persönlichen Fakoren ab. Ich kenne genug Amerikaner, die unbedingt in Deutschland oder Österreich leben wollen. Umgekehrt kenne ich viele Österreicher und ein paar Deutsche, die mit grossen Erwartungen hergezogen sind und es dann überhaupt nicht ausgehalten haben.

Wer aus unseren mitteleuropäischen Gefilden in die USA zieht hat in etwa mit den selben "Hürden" zu tun, wie es wohl viele DDR-Bürger nach dem Fall der Mauer hatten. Statt es mit der Einhaltung von ein paar einfachen Regeln gemütlich und ohne viel Nachzudenken sicher von der Wiege bis zur Bahre vom Staat durch's Leben geschaukelt zu werden, muss man hier ein hohes Mass an Eigenverantwortung und vor allem Initiative aufbringen. Wer sich nicht selbst um Kranken- und Pensionsversicherung kümmert, hat nur Mindestversorgung - was im Klartext heisst, dass es im Spital ggf. nur lebenserhaltende Massnahmen gibt und ein paar hundert Dollar monatlich Pension, mit denen keiner überleben kann.
Also muss man sich bei Zeiten selbst um alles kümmern, die Angeote der Versicherungen genau überprüfen, durchkalkulieren und dann brav einzahlen.

Wer das nicht auf die Reihe kriegt, endet als Fallbeispiel in den Horror-Sendungen, die vom US-TV als Kritik am eigenen System gemacht und dann gerne in Europa als Beweis der Richtigkeit des eigenen Systems gezeigt werden.

Was sicher auch nicht jedem schmeckt der in D, A, CH, etc. augfewachsen ist: Hier muss jeder eine komplette Steuererklärung abgeben. Bis auf minimale Abzüge, bekommt jeder Arbeitnehmer nahezu das komplette Brutto-Gehalt ausbezahlt. Davon muss jeder selbst die Steuern abführen. Es sind von jedem Bürger 2 Steuererklärungen auszufüllen: Für Bundes- und die staatlichen Steuern. Im günstigsten Fall ist jede der beiden Steuererklärungen durchschnittlich 4-6 Seiten lang.

Für Firmen wird's noch viel interessanter. Wir haben zBsp. vier verschiedene Erklärungen abzugeben - in Summe 120 Seiten, für Gewerbesteuer, Bundessteuer, Staatliche Steuer und natürlich Mehrwertsteuer.

Auch Arbeitslose und Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben - und natürlich auch Rentner aus dem Ausland ;) - allerdings ist das für Letztere nur eine Seite.

Was schon viele USA-Urlauber vom Wahnsinn der Amis überzeugt hat: Ausgenommen beim Treibstoff an der Tankstelle sind alle Preise netto angegeben. Es kommt also auch beim Einkauf im Supermarkt oder der Anschaffung eines Burgers bei McDonalds immer noch die County-Sales Tax dazu, spich die Mehrwert-, bzw. Verkaufssteuer des jeweiligen Bezirks, bzw. Landkreis. In LA County haben wir 8.25%, in Orange County - 10 Minuten von hier - sind's nur 7.5%. Sowas ist beim monatlichen Grosseinkauf durchaus zu berücksichtigen und einzukalkulieren.

Man kann auch richtig sparen, wenn man sich mit den ielen Coupons angefreundet hat, die's immer und überall gibt. Allerdings muss man dafür auch immer schön das Kleingedrukte lesen. Im Supermarkt bringt das bei vielen sinnvollen Artikeln eine Ersparnis von oft 50%. Auch die oft angepriesenen "Mail-In Rebates" sind oft sehr effektiv, erfodern aber wieder Eigeninitiative in Form vom Ausfüllen von Formularen und Einschicken an die richtige Adresse, etc.

Von 3-wöchigen Urlauben, monatelangen Krankenständen, u.ä. muss man sich als gelernter Mitteleuropäer hier auch ganz schnell verabschieden. Die "Benefits" (ob man eine firmenseitige Zusatz-Krankenversicherung, Rentenversicherung, etc. hat oder nicht), sind mit dem Arbeitgeber direkt auszuverhandeln. Eine Verpflichtung für den AG besteht nicht. Ob man dann zu "Medical" (allgemeinmedizin) auch noch "Dental" (Zahnarzt) bezahlt bekommt, ist zBsp. an Verhandlungspunkt.

Aber in den meisten ällen gibt's ohnehin weder das Eine noch das Andere, sondern der Arbeitnehmer muss sich um die entsprechende Versicherung kümmern. Dafür steht eine Vielzahl von Unternehmen zur Auswahl und es heisst wieder genau nachrechnen, Kleingedrucktes lesen, etc.

Bezahlter Ulaub ist im Normalfall nach einem Jahr Volleitbeschäftigung drin - eine Woche maximal. Wer sich entsprechend hocharbeitet und lang genug bei einer Firma ist, schafft es irgendwann auf 10 Tage, zwei Wochen, vielleicht sogar wirklich auf drei Wochen. Bezahlter Krankenstand ist nach drei Tagen eine Frage der eigenen Krankenversicherung. In vielen Fällen heisst Krankenstand aber ohnehin Kündigungsgrund. Das muss nicht bedeuten, dass man tatsächlich gekündigt wird, aber man kann gekündigt werden.

Daher sind Kurzurlaube, Wochenend-Trips und Feiertage das Allerheiligste. An verlängerten Wochenenden schau jeder dazu, dass er mit Famile, Sack & Pack ein bisschen rauskommt. Aus LA zBsp. wälzt sich jeden Freitag eine Kolonne nach Las Vegas und eine in die Wüste. Die einen machen Patry, die Anderen fahren mit Wohnmobil oder Pickup und Anhänger mit Quads, Motocross-Maschinen etc. zum Offroadspass. Im Sommer sind viele mit Booten am Hänger zu den Seen unterwegs. Manchmal fährt Mutti mit'm Wohnmobil und den Kindern drin, und Pappi mit'm Pickup und Boot hinten dran an die 600 - 700km, nur um einen, ev. zwei Tage am See zu verbingen. Am Sonntag Aben wälzen sich die Kolonnen dann wieder in die Stadt. Wer Pech hat, kann dann für den Trip von Las Vegas nach LA schon einmal 12-14 Stunden brauchen, wo's unter der Woche in 5 Stunden zu machen ist.

Dass man am Montag wieder in alter Frische am Arbeitsplatz erscheint, gilt noch immer für die meisten als Ehrensache.

Was viele Deutsche und Österreicher auch ganz schlecht wegstecken, ist der offen zur Schau gestellte Patriotismus. Was hab' ich mir hier nicht schon von Besuchern aus der "Heimat" anhören können, weil an Feiertagen viele die Flagge raushöngen und die Stars & Stripes sowieso allgegenwärtig sind. Ums hat man halt als Kindern schon eingebläut, dass Patriotismus fast gleich Nazitum ist und wir uns ja zu schämen haben. Die Schweizer haben das Problem nicht, dort darf die Flagge gezeigt werden - und wird auch mindestens so viel wie in USA. Von den Franzosen und Engländern fang' ich gar nicht erst an. Aber viele Freunde aus D und A streut's halt beim Anblick der 2. US-Flagge schon auf - und das ist meist schon am Flughafenzubringer :lol:
("Heimat" ist ja eigentlich auch ein "belasteter" Ausdruck)

Wie gesagt: Jeder muss für sich herausfinden und entscheiden, was für ihn selbst das bessere "Paket" ist. Manche haben die Möglichkeit und können sich's aussuchen, viele leider nicht. Auch hier gibt's Unzufriedenheit und jede Menge Kritik am eigenen System - nach meinem perönlichen Eindruck nach sogar mehr und viel härtere Kritik als in Europa. Der Unterschied ist jedoch, dass man in dn USA Selbstkritik als positiv auffasst, dafür aber ab einem gewissen Mass dann keine Kritik von aussen mehr akzeptiert. Wenn's gegen amerika geht, dann stehen alle zusammen. In Europa kennt man so ein Zusammengehörigkeitsgefühl nicht. Abgesehen von den Native Americans, ist hier jeder Einwanderer - wenn auch in der x-ten Generation. Irgendwann haben die Vorfahren beschlossen, dass es hier besser sein muss. Und daran halten die Nachfahren im Zweifelsfall fest.

Viele in Euopa, oft heftigst kritisierte Punkte, entstammen dieser Einwanderertradition. ZBsp. das Recht auf Waffenbesitz, das Recht auf die Jagd zu gehen, etc. Als die ersten grossen Einwanderungswellen im 18. und 19. Jahrhundert aus Europa stattfanden, gab's in den Herkunftsländern der Einwanderer meist kein recht auf selbstbestimmung, Waffenbesitz oder jagd. Man musste schon sehr gut mit dem Herrn Grafen, dem Baron, o.ä. stehen, wenn man sich enmal ein Reh schiessen durfte. In Amerika angekommen, wollte keiner mehr auf diese neue Freiheit verzichten - und das ist bis heute so. Dass angsichts von Schul- und anderen Massakern immer wieder vehement diskutiert wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber es ist einfach eine Tradition und Teil der amerikanischen "Identität". Wer damit nichts am Hut hat, kann ja nach 2 Wochen Florida wieder heimfliegen :wink:

Womit sch die Europäer auch immer wieder gerne als überlegen fühlen, ist der offensichtliche Mangel an Allgemeinbildung, denn kaum ein Amerikaner kann ja alle europäischen Staaten aufzählen, oder gar noch deren Hauptstädte dazu. Agesehen davon, dass das auch nicht jeder Europäer kann, muss das hier auch niemanden interessieren. Aber mir ist ganz ehrlich gesagt noch kaum jemand untergekommen, der nicht zumindest ein europäisch-durchschnittliches Allgemeinwissen gehabt hätte.
In Österreich gibt es so "lustige" T-Shirts mit dem Aufdruck "There are no Kangaroos in Austria" (wegen der Verwechslungegefahr mit Australia). Den "Witz" versteht kein Amerikaner, denn die wissen sehr wohl, was der unterschied ist. Nur wenn einer bei Ebay was kauft und nach Austria schicken lässt und das Paket dann einen Umweg über Sidney macht (weil irgendein schlampiger Postfuchs nicht genau auf die Adresse geschaut hat), waren's wieder die dummen Amis - vielleicht sogar, wenn das Paket aus China oder England kommt...

Und so kommen halt immer wieder neue Zuwanderer aus Europa hierher, die davon überzegt sind durch ihre geistige Überlegenheit und herausragende Bildung, binnen kürzester Zeit allen zu zeigen wie's läuft. Irgenfwann kommt dann für viele die grausame Erkenntnis, dass hier niemand verzweifelt auf sie gewartet hat, dass man hier um einiges hätrer arbeiten muss - bzw. dass man wirklich arbeiten muss, um zu überleben - und dann geht's oft mit eingezogener Rute wieder zurück.

Wer sich mit dem system anfreunden kann, oder es sogar besser findet und dazu noch zu harter Arbeit imstande und gewillt ist, der hat zumindestens eine Chance, denn eine Chance wird jedem zugestanden. Das ist, was mir an den meisten Amerikanern immer am besten gefallen hat - Du kommst mit einer Idee und anstatt dir stundenlang auszudeutschen warum das alles Schwachsinn ist und nicht funktionieren kann, verwenden sie die Zeit und Energie darauf sich zu überlegen, wie man's in die Realität umsetzen und wie's doch funktionieren kann.
Es gibt hier natürlich auch die üblichen Zweifler, Kassandras, etc. Aber die muss man schon fast suchen.

Tja, wie gesagt: Jedem das Seine. Es wird immer Leute geben, die sich im Sozialsystem Europas geborgen fühlen, andere die in Amerika ihr Glück versuchen wollen und welche, die in Indien Erleuchtung suchen, etc. Nur um dicke SUV's mit Lift und Push-Bumper zu fahren, muss man nicht hierher kommen. Sowas bringt man auch in D noch irgendwann durch den TÜV. Man muss schon voll und ganz überzeugt sein, dass man hier richtig ist - und man muss was tun dafür.

Cowboy hat geschrieben: Na, noch ca. 20 Jahre und dann gehe ich auch rüber. *lol* Aber bis dahin haben die das Rentenalter auf 80 Jahre hoch gesetzt und die Rente komplett gestrichen! Dann wird das auch wieder nix...
Bis dahin werde ich mich hier durchschlagen müssen.
Dazu fällt mir gleich eines meiner Lieblingszitate ein. Von einer Wandmalerei in Venice Beach, CA:

"Life is what's happening while you're busy making other plans..." :wink:
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Fox
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Beitrag von Fox »

alleine der letzte Satz war es schon wert Deinen kompletten Post zu lesen.
Sehr viel wahres auf so kleinem Raum!

Ich für meinen Teil habe mir das beste aus beiden Welten für mein Leben ausgesucht, :D

US Cars fahren Burger und Bud vernichten und in den verschneiten Wichtelmountains Bavaria zu leben.

cu
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StromerRalf
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Beitrag von StromerRalf »

@ Homer:

Ein langer, aber sehr guter Beitrag, den ich mit Freude gelesen habe.

Ich bin ein "Amerika-Fan", sicher dadurch, dass meine Schwester seit 1968 in Virginia lebt und ich somit schon häufiger dort war. Dabei bin ich zwar als Tourist eingereist, habe aber nicht den typischen Touristenaufenthalt gehabt, wie andere Urlauber. Statt dessen habe ich in einer amerikanischen Familie gelebt und viel Kontakt mit Amerikanern gehabt. Von daher kann ich vieles bestätigen, was Du geschrieben hast. Manches natürlich nicht, z. B. zum Thema Steuererklärung.

Aber auch wenn ich sehr gern in Amerika bin und mir gut vorstellen könnte, den Winter in Florida o. ä. zu verbringen, möchte ich nicht auf Dauer dort leben. Dazu lege ich doch zu viel Wert auf die Sicherheit usw., die mir mein Beamtenstatus bietet.

Ich finde es immer wieder erschreckend, wenn ich lese oder in den derzeit hier laufenden "Auswanderersendungen" sehe, wie schlecht es doch in Deutschland und wie toll es in anderen Ländern ist. Oft genug sind diese Menschen noch nie in ihrem "Traumland" gewesen. Dafür sind sie aber der Meinung, dass es Ihnen dort besser gehen wird und sie dort viel besser leben können - oft natürlich ohne überhaupt die Sprache zu können :? .

Insofern halte ich diesen Beitrag von Dir nicht nur für informativ, sondern sogar für wichtig. Schade, dass er auf dieses Forum beschränkt bleibt.

Viele Grüsse

Ralf
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Der mit dem Ford tanzt
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Beitrag von Der mit dem Ford tanzt »

Boah eij, deutliche Worte, die so manchen (Traum-) Luftbalon platzen lassen. Im Kleinen hab ich das als innerdeutscher Umsiedler auch schon gespürt. Gleich nach der Wende in Leipzig hängen geblieben, merkt der gebürtige Bayer täglich wie sich Uhren anders drehen, Volkes Meinung auf völlig unterschiedlichen Grundsätzen fußt und die eigenen Kinder letztendlich von einer übermächtigen täglichen Umgebung ein ein anderes Wertegefüge vermittelt bekommen.
Früher fand ich´s in meiner bayerischen Heimat(klein)stadt fürchterlich spießig, heute würde ich vieles geben wenn es hier nur so einen Bruchteil davon gäbe... Als 20-jähriger hat mich mal ein grün-weißer aus dem Auto gezogen weil ich ne Kipppe aus dem Fenster geworfen hab, heute muss ich auf dem täglichen Arbeitsweg durch ein kleines Wäldchen fahren und da liegen mindestens 1 x pro Woche irgendwelche Müllsäcke, Möbelteile, Kühlschränke oder sost was rum. Lieber Wachtmeister: Vielen Dank für den Anschiss und den derben Einschnitt in mein Lehrlingsgehalt von damals, der mich wieder gerade grückt hat - könnten Sie Ihre Kollegen hier mal etwas coachen??
Summa summarum gibt es überall Umstände die einen nerven. Wenn man dann woanders hingeht, sind die eventuell weg - Dummerweise bleiben andere, gewohnte und liebgewonnene Umstände auch zurück und man fühlt sich fremd.
Um zu den Beleuchtungseinrichtungen zurück zu kommen: Hier könnte ich ewig mit roten Blinkern rumfahren, das würde niemanden kümmern, allerdings ist auch kein Amtsbüttel hierher zu bewegen, wenn bei dem leerstehenden Haus gegenüber von 5 besoffenen Jugentlichen die Scheiben eingeschlagen werden :x Jede Medallie hat eben zwei Seiten :!:
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whomadewho
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Beitrag von whomadewho »

ein wirklich guter bericht , auch uebers auswandern im allgemeinen .
mueste man auswanderungswilligen schon im ansatz ihrer pläne in die hand druecken :)
werner s
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Beitrag von werner s »

StromerRalf hat geschrieben:Aber auch wenn ich sehr gern in Amerika bin und mir gut vorstellen könnte, den Winter in Florida o. ä. zu verbringen, möchte ich nicht auf Dauer dort leben. Dazu lege ich doch zu viel Wert auf die Sicherheit usw., die mir mein Beamtenstatus bietet.
Das Eine, was man will, das Andere, was man hat. Oder anders : No risk. no fun !
Und noch anders : wenn du Beamter bist, hast du dem (deutschen) Staate (und damit jedem Steuerzahler)zu dienen und nicht den Winter in Florida (oder woanders) zu verbringen.
Ich finanziere dich dich durch meine Steuerlast. du hast für mich da zu sein !! Wenn dir das nicht behagt, kündige und lebe dein Leben.

DAS IST JETZT NICHT IRONISCH GEMEINT , SONDERN GANZ REAL !! :twisted: :twisted:

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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Auch Beamte haben ein Recht auf Urlaub. Bei manchen hat man ja sogar den Eindruck, sie hätten dieses Recht viel zu lange nicht wahrgenommen :)

Die Sendungen a'la "Goodbye Deutschland" etc. habe ich auch ein paarmal gesehen. Das ist kurzweilige Unterhaltung. Man darf ja nicht vergessen, das die Produzenten schon von vorn herein vorzugsweise solche Fälle aussuchen, bei denen sich das Publikum schief lachen kann.

Die "Kandidaten" werden durch Such-Postings in Auswandererforen gesucht. Meist werden "Entschädigungen" oder "Gagen" angeboten, um ein Kamerateam mitreisen und alles filmen zu lassen. Die Beträge liegen dem Vernehmen nach so mi Bereich um die € 1,000 - und wer so eine Summe dann schon als wichtigen Bestandteil des Auswanderungsbudgets einplant, ist natürlich gleich ein würdiger Kandidat. :P

Diese sendunen sind ja nur eine Form von reality-TV und bei Reality TV geht es eben darum, die niedrigsten Instinkte des Publikums anzusprechen, wie zBsp. Schadenfreude. Das Publikum muss isch überlegen fühlen können, sonst funktioniert das Konzept nicht. Würden sich bei Big Brother alle lieb haben und nur hochgeistige, philosophische Diskussionen geführt, hätte es die Sendung nicht einmal durch die erste Staffel geschafft. Auch "DSDS", etc. lebet nur von den "leider nicht" Kandidaten, dem Sakasmus enies Dieter Bohlen und den ganzen Peinlichkeiten runum. Ja, irgendwer gewinnt dann, aber das ist Nebensache.

Würden in "Goodbye Deutschland" ausschliesslich erfolgreiche Auswanderer gezeigt, die es von HartzIV und dem tristen Gemeindebau in D, dann in ihrer neuen Heimat innerhalb kürzester Zeit zum Traumhaus unter Palmen, Autos, Karriere und Geld bringen, hätte das TV-Publikum in D gar keine grosse Freude.
Daher werden erfolgreiche Beispiele immer nur marginal in solche Sendungen "eingestreut". Folgeberichte gibt's auch meistens nur von Verlierern und nicht von Gewinnern - ausser die Gewinner bezahlen dann für die heimatliche Werbung, zBsp. für's Hotel das sie eröffnet haben, o.ä.
Also mein Tip ist, solche Sendungen nicht Ernst zu nehmen. Die sind wirklich bestenfalls nur kurzweilige Unterhaltung.

Apropos Auswandererforen: Die sind auch oft recht unterhaltsam. Ich habe mich da auch eine Zeit lang umgesehen und viel Freude gehabt. Die "Fälle" dort sind ja echt, was dem Ganzen eine besondere Note verleiht. Seit ein paar Jahren ist ja auch Österreich ein beliebtes Auswanderungsziel für viele deutsche Langzeitarbeitslose. Das sind dann immer die besten Beiträge, wie: "Brauche ich ein Arbeitsvisum für Österreich?", "Kann ich meine Stütze nach Österreich überweisen lassen?", "Wo in Österreich Arbeitslosengeld beantragen?" - kein Scherz, die Leute meinen das Ernst!
Natürlich ist die Mehrzahl der Auswanderer wirklich auf einen Nubeginn aus und bereitet sich entsprechend vor. Aber solche Fälle wie o.g. stechen halt immer heraus. :lol:

Auswandern an sich ist ein Thema, das immer wieder für Emotionen sorgt - bei den Auswanderern, den Auswanderungswilligen und den Daheimgebliebenen. Die Ausgewanderten wollen keine Nachfolger, die Auswanderungswilligen wollen keine Kritiker und die Daheimgebliebenen wollen sich nicht als "Zurückgebliebene" sehen müssen. Ich kenne zBsp einen Fall eines Brüderpaars aus der Nähe von Wien. Einer eröffnete einen Malerbetrieb, der andere eine Bauspenglerei. Beide waren erfolgreich und hatten solide Gewerbebetriebe. Doch dann beschlos der Spengler, nach Kanada auszuwandern. Er schloss den Betrieb, ging nach Kanada und schlug sich mit verschiedenen Jobs durch.
Sein daheim gebliebener Buder war sehr erfolgreich. Er hat inzwischen rund ein Dutzend Arbeiter, einen sehr schönen Betrieb und ein schönes Haus.
In der selben Zeit erwirtschaftete der ehemalige Spengler ein Multimillionen-$ Unternehmen, hat mehrere Häuser, Yacht, etc. und lebt also auch nicht so schlecht. Und was sagt die daheimgebliebene Familie dazu: "Ja schon, aber daheim hätt' er das so nicht geschafft." :roll:
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StromerRalf
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Beitrag von StromerRalf »

werner s hat geschrieben:
StromerRalf hat geschrieben:Aber auch wenn ich sehr gern in Amerika bin und mir gut vorstellen könnte, den Winter in Florida o. ä. zu verbringen, möchte ich nicht auf Dauer dort leben. Dazu lege ich doch zu viel Wert auf die Sicherheit usw., die mir mein Beamtenstatus bietet.
Das Eine, was man will, das Andere, was man hat. Oder anders : No risk. no fun !
Und noch anders : wenn du Beamter bist, hast du dem (deutschen) Staate (und damit jedem Steuerzahler)zu dienen und nicht den Winter in Florida (oder woanders) zu verbringen.
Ich finanziere dich dich durch meine Steuerlast. du hast für mich da zu sein !! Wenn dir das nicht behagt, kündige und lebe dein Leben.

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Werner, warum diese Aggression in Deinem Beitrag? :( Ich schrieb, dass ich mir vorstellen könnte, den Winter in Florida o. ä. zu verbringen, nicht, dass ich es mir leisten kann. Um den Winter in Florida zu verbringen, müsste ich mich regelmäßig für mindestens 5 Monate im Jahr ohne Fortzahlung der Bezüge beurlauben lassen. Das dieses auch der Staat als Arbeitgeber nicht mitmacht, dürfte klar sein. Außerdem ist nicht jeder Beamte ein Großverdiener, der sich soetwas leisten könnte. Die Mehrzahl der Beamten sind, wie ich, im mittleren Dienst tätig und da sind die Einkommen nicht so üppig. Klar zahle ich keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Dafür ist aber auch mein Bruttoeinkommen erheblich niedriger, als das eines vergleichbaren Angestellten im öffentlichen Dienst. Unterm Strich bleibt sicherlich ein etwas höheres Nettoeinkommen. Allerdings muß auch ich mich zusätzlich privat kranken- und pflegeversichern, was derzeit für meine Frau und mich mit monatlich 400.- € zu Buche schlägt und von meinem Nettogehalt zu bestreiten ist. Mitte des Jahres wird dieser Betrag steigen. Ich habe also nicht mehr Geld zur Verfügung, als ein vergleichbarer Angestellter im öffentlichen Dienst. Glaub mir, ich kann es beurteilen. Ich war bis 2006 Angestellter im öffentlichen Dienst und wurde dann erst verbeamtet. Wie viele Arbeitnehmer kenne auch ich das Gefühl, wenn in manchen Monaten am Ende des Geldes noch einiges an Monat übrig ist. Sonst würde ich auch keinen 2000er XP, sondern vielleicht einen 2008er fahren.

Schon aus diesem Grund kann ich nicht in Florida überwintern und erfülle stattdessen meine Beamtenpflicht hier im deutschen Winter. Du kannst also beruhigt sein, bis auf meinen mir gesetzlich zustehenden Urlaub bin ich das ganze Jahr hier in Deutschland für Dich da. Deine Steuerlast ist also gut angelegt.

Der von Dir zitierte Satz bezog sich auf das Wetter. Ich wohne in Lübeck, also direkt an der Ostseeküste. Die Winter hier sind meist eklig naßkalt. Zwar ohne sehr niedrige Temperaturen, dafür aber mit viel Regen, Schneematsch und verhangenem, trüben Himmel. Deshalb könnte ich mir vorstellen, diesem Wetter aus dem Weg zu gehen und stattdessen diese Monate z. B. in Florida zu verbringen, wo das Wetter gleichbleibend angenehm und freundlich ist. Aber das geht erst, nachdem ich in 18 bis 20 Jahren pensioniert sein werde, wenn es dann finanziell machbar ist.

Natürlich bekenne ich mich dazu, dass die Sicherheit für meine Zukunft, die mir mein Beamtenstatus bietet, von vornherein verhindert, dass ich mich mit dem Gedanken des Auswanderns beschäftige. Warum auch? Warum sollte ich eine sichere Existenz aufgeben und meine Familie, für die ich die Verantwortung trage, in eine unsichere Zukunft in einem fremden Land führen? Ich lebe gern in Deutschland, vom Winterwetter mal abgesehen. Und ich sehe -trotz aller Begeisterung für dieses Land- die Nachteile, die in den USA existieren und von Homer so treffend dargestellt worden sind. Diese Gesamtumstände sind der Grund dafür, dass ich zufrieden mit meinem Leben bin, so wie es ist.

Gerade weil ich gern in Deutschland lebe, stört es mich einfach, wenn in Deutschland alles schlecht geredet wird, die Menschen dabei verkennen, dass sie in einem der Länder mit der besten sozialen Absicherung leben und meinen, in anderen Ländern sei alles besser. Wobei sie oft genug noch nie dort gewesen sind. Dabei ist mir schon klar ist, dass hier längst nicht mehr alles so rosig ist, wie es mal war, oder anders gesagt, die Zeiten schlechter geworden sind.

Ach ja Werner: Auch Beamte sind übrigens Steuerzahler!
Ich denk aber mal, Du hattest den von Dir zitierten Satz nur falsch verstanden. Ich war zuletzt im Herbst 2006 in den USA. Ich wäre gern öfter dort, kann es mir aber aus den o. g. Gründen nicht leisten, was aber an meiner Zufriedenheit nichts ändert.

Viele Grüsse

Ralf
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Hallo Bernd!
Danke für deine Ausführung.Leider sind wir zur Zeit auch von diesem Auswandervirus betroffen.Mein Schwager,samt Frau und 2 Kinder,die vor 8 Jahren neben uns gebaut haben,wird mit der Familie nach Kanada auswandern.Da fragt man sich nur,was geht in einem Menschen vor,der nach 25 Jahren einen gut bezahlten,festen Job kündigt,2 Autos vor der Tür stehen und noch 2 Harleys in der Garage hat.Alle sind gesund und befinden sich in einem gefestigten,und wie wir finden,schönem Umfeld.
Die 4 waren letztes Jahr für eine !!!!!Woche Urlaub in Kanada,um sich dort mal umzusehen.Fazit:Dort ist es ja so schön und alle sind da total locker drauf......HALLO-das war Urlaub.Wird im richtigen Leben wohl etwas anders aussehen-auch wenn man alle sonstigen Infos über das Ziel nur aus dem Internet bezieht.
Nun ja,ich könnte hier noch einiges zu dem Thema schreiben,aber wollte nur damit meine Enttäuschung über Leute beschreiben,denen die Sonne aus dem A.... scheint,es aber noch nicht gemerkt haben.

Gruss-Reiner
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Reiner hat geschrieben:Da fragt man sich nur,was geht in einem Menschen vor...
Die Frage was einen bewegt, kann bestenfalls nur derjenige selbst beantworten.

Ich habe mir in Österreich über 20 Jahre hinweg eine recht gut laufende Firma aufgebaut, konnte mir teure Urlaube, schnelle Autos und was man halt noch so unbedingt zum Leben braucht leisten.

Jetzt wohne ich mit meiner Freundin in einem Apartment das ungefähr ein Viertel der Fläche meiner Wohnung in Wien hat, fahre ein völlig überaltertes Hausfrauenauto und stecke jeden hart verdienten Cent wieder in ein neues Unternehmen. Aber ich bin einfach zufriedener hier - und alleine das ist ja schon unbezahlbar.

Wie schon zuvor erwähnt: Jeder findet seine eigene "Heimat" dort, wo er sich wohl fühlt. Der Eine findet's da wo er aufgewachsen ist, der Andere muss sich halt ein bisschen umsehen. Inwieweit man nach einem einwöchigen Schnupperurlaub schon 100%ig sicher sein kann weiss ich nicht, aber warum soll's nicht möglich sein? Es gibt ja auch "Liebe auf den ersten Blick" - Manchmal erfüllen sich dann die Erwartungen und manchmal eben nicht.

Meine Einstellung ist halt: Wenn ich mir etwas fest einbilde, dann zieh' ich das mit allen Konsequenzen durch. Ich kann's mir gegenüber schon verantworten zu scheitern. Aber es nicht probiert zu haben, das wäre unverantwortlich. Sowas würde ich mir ewig vorhalten.
Man kann nicht alles ewig aufschieben, um auf eine bessere Gelegenheit, bessere Umstände, einen Lottogewinn, o.ä. zu warten. Denn irgendwann ist es schlicht und ergreifend zu spät.
Und zu spät ist immer viel, viel früher als man glaubt :(

Ich will jetzt nicht allzusehr abschweifen, aber was ist das Traurigste an einem Menschen im Sterbebett - ausser der Tatsache, dass er im sterben liegt? Wenn er dir erählt, was er nicht noch alles hätte machen wollen in senem Leben, oder welche Gelegenheiten er verpasst hat, bzw. verstreichen liess.
Also ich will nicht so enden. Wenn's mich niederreisst, dann will ich mir sagen können "Tja Mist, aber bis hierher war's echt ok!"

Und wenn man sich das ehrlich sagen kann, dann tut's nichts zur Sache, ob man auf seiner eigenen Insel in der Karibik oder dem Schräbergartenhäuschen am Stadtrand von Gelsenkirchen wohnt.
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Beitrag von anncarina »

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Beitrag von Cowboy »

Hey homerbundy

Komme leider erst jetzt dazu deinen Beitrag zu lesen. Das war einfach super!!! :)

Da ich mich schon seid meiner Kindheit für Amerika begeistere ist mir das fast alles bekannt gewesen was Du angesprochen hast. Auch dort ist nicht alles Gold was glänzt!!! Einiges ist schlechter, einiges ist besser. Das liegt eben in den Augen eines jedes einzelnen. Jeder sieht das anders. Ich fühle mich sowieso mehr als Amerikaner und nicht als Deutscher. Keine Ahnung warum, ist halt so und ich nehme es einfach ohne Psychoanalyse hin. Ich kann sehr gut damit leben! :D Und das ich vor und hinter meinem Haus eine Stars & Strips wehen habe, damit müssen meine Nachbarn halt leben!
Bild

Nur das Auswandern hatte nie geklappt. Ich hatte 2 mal die Möglichkeit auszuwandern. (USA und Australien) Leider kam immer irgend etwas dazwischen. Na ja, jetzt ist es auch zu spät. So blauäugig bin ich nicht zu glauben das man in den USA nur auf mich wartet. Ich habe jetzt einen guten Job und bin vor 5 Monaten noch einmal Daddy geworden. Also wird sich mein USA-Traum auf Urlaub beschränken.
Da ich aber Amerika im Herzen trage, per Internet Radio (Country) hören kann und US- Cars fahre, komme ich hier auch einigermaßen zurecht!
Bild
Have a nice Day
CowboyBild

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Beitrag von SaBienchen »

Träumen kann man keinem verwehren aber nicht alle Träume sind alltagstauglich und die Realität ist selten so schön das man davon träumen möchte!
Aber ohne Träume und Wünsche wäre die Lust am Leben wohl recht klein und der Antrieb zum ewigen Streben gen null.
Jeder ist seinens Glückes Schmied, auch der mit einem kurzsichtigen Blickwinkel wenn es ihm denn so gefällt wie er es (er-)lebt.
@ homerbundy:
Auch ich habe mir fest vorgenommen mein Leben zu leben und ohne Reue zu sterben, aber nicht alle meine Vorstellungen lassen sich verwirklichen sei es aus Verantwortung meiner Familie heraus oder alleine aus dem Grund das ich nicht weiß wie viel Zeit mir gegeben ist. Ich habe in meinem Beruf sehr viele Menschen beim sterben begleitet und es ist ein frommes Wunschdenken mit dem Leben im Reihnen abzuschließen. Diese Gnade ist wohl kaum einem gegönnt denn jeder Mensch macht Fehler und viele haben etwas verpasst oder zu bereuen. Und wenn ich eins ganz sicher weiß dann das der Tod immer und wirklich immer viel zu früh kommt egal wie alt man dann ist.
Also mein Fazit:
Lebe Dein Leben denn das letzte Hemd hat keine Taschen aber pass auf das Du anderen das gleiche Recht zugestehst :wink:
Gesunde Menschen haben 100 Wünsche, kranke meist nur Einen.
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

Hallo Thomas und Sabienchen!
Mich berührt das Thema eigentlich nicht so sehr,da mein Schwager für mich mittlerweile eigentlich nur noch ein Nachbar ist.Früher waren wir mal richtig gute Kumpels,aber seine Einstellungen zum Leben im allgemeinen haben sich teilweise um 180 Grad gedreht.Ich nenne es jetzt nur noch Midlife Crisis.Am meisten leiden meine Frau und die Schwiegereltern,denen er eigentlich vieles zu verdanken hat im Leben.Von mir und seinem Job in der gleichen Firma spreche ich erst garnicht......diese A....krampe :evil:
Von mir bzw.uns kann ich nur sagen:Wir sind hier geboren und hier werden wir auch sterben.Verantwortung für die Familie,im Beruf und den Rest der einem wichtig ist,muß überall auf dieser Welt getragen werden.Da hilft auch kein weglaufen,so mittendrin.Und irgendetwas verpasst im Leben wird wohl jeder was haben,auch wenn es einem jetzt nicht so bewust ist......... :roll:
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Cowboy hat geschrieben:.
Da ich aber Amerika im Herzen trage, per Internet Radio (Country) hören kann und US- Cars fahre, komme ich hier auch einigermaßen zurecht!
Wichtig ist wie gesagt nur, dass man selber zufrieden ist.
Ich war im Spätsommer in Österreich und Deutschland unterwegs und kann mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen, ständig dort zu sein. Für ein paar Wochen im Jahr ist's nett die alten Freunde zu treffen, usw., aber "daheim" fühl' ich mich hier.

Wie man sich hingegen als Amerikaner, Deutscher oder Österreicher, etc. so fühlt, könnt' ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Irgendwie hat sich dieses nationale Zugehörigkeitsgefühl nie bei mir sonderlich ausgeprägt. Aber ich finde auch nichts schlechtes daran, wenn's wer hat.

Übrigens: Eine Grosstante von mir lebte bis in ihre frühen 80er in Deutschland und beschloss dann nach England zu übersiedeln. Ihre ganzen Freundinnen in D waren verstorben und ihr war einfach fad. Ihre Entscheidung hat sie nie bereut und sie wurde noch 101 Jahre alt, bevor sie friedlich einschlief. Also vielleicht klappt's ja noch in der Pension ;)
2 XP's: 1x '91 Eddie Bauer 4x4, 1x '94 Export, 1x '02 Excursion 6.8L V10 4x4
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