Bitte Hilfe bei Getriebe Auswahl

Aktuelle Diskussionen zu Motoren und Getrieben
Nico
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Bitte Hilfe bei Getriebe Auswahl

Beitrag von Nico »

Guten Abend... oder Moin wie hier bei uns im Norden...

mein guter alter 96 Explorer hat etwas Kummer mit 260 tkm :)

Seit einigen Monaten brauchte der Rückwärtsgang Bedenkzeit.
Nun hat er seinen Dienst eingestellt, es ertönt nur ein Schleifgeräusch
aber keine Rückwärtsbewegung mehr. Damit war das Parken manches mal schon etwas spannend... allerdings wird so ein Rückwärtsgang auch vollkommen überbewertet.

Allerdings geht nun damit auch noch ein her, dass sich das Vorwärtsfahren wie am Gummiband oder auch wie mit halber Leistung anfühlt.

Ein überholen des Getriebes gibt mein Technischesverständnis nicht her,
wohl aber das Aus- und Einbauen eines Getriebes.

Hat es zweck sich ein Schlachtobjekt zu suchen mit vielleicht 150 tkm (werden bei uns um die € 1500 bis € 2000 angeboten) und wenn ja, wie kompatibel sind die Getriebe in den Baujahren?

Über einen Rat von Euch würde ich mich sehr freuen!

Gruß!
Nico
Explorer 12.04.96 / 1028 / 305003 4
U2 / cm³ 3958
Falk

Beitrag von Falk »

Optimalerweise nur ein Getriebe aus einem OHV (115kW) Explorer II verwenden.
In Deutschland halt nur 95/96 verkauft worden. Ein Importmodell jüngeren Baujahres geht aber auch.


Bringt dich erst mal weiter. Wie lange das dann hält, steht auf einem anderen Blatt.
Nene

Beitrag von Nene »

Mach die Ölwanne runter, den Filter raus und Du siehst nen Deckel mit 4 Schrauben.
Deckel ab und den Rückservo rausnehmen. Ist die Spitze abgebrochen nen neuen beim Freundlichen besorgen und wieder fahren.
Neues Öl, Filter, Rückservodichtung, Ölwannendichtung natürlich dann auch.

Ist die Spitze nicht abgebrochen, dann eben ein anderes Getriebe einbauen.
Oder lieber das vorhandene Getriebe revidieren lassen.
Zuletzt geändert von Nene am 10.09.2014 21:26, insgesamt 1-mal geändert.
Winne2

Beitrag von Winne2 »

so sollte er nicht aussehen:

Bild
Nene

Beitrag von Nene »

Winne,
ich glaub der von Dir gezeigte geht da wohl noch als neuwertig durch.

In ner Werkstatt wird da bei einigen die Diagnose wohl "Getriebeschaden" lauten und für ne Reperatur dann (nicht Revision) kräftig abkassiert.

Möcht nicht wissen wieviele Seperatorenplattendichtungsschäden mit ner Revision oder Austauschgetriebe abkassiert werden/wurden.
Und die Zahl der Automatik-Fahrzeuge nimmt ja stetig zu.
Winne2

Beitrag von Winne2 »

Tja, Bernhard, das ist der Zeitgeist.... :wink:

aber ernsthaft: die lernen doch heutzutage nix anderes mehr als Kompletttausch, wenn's keine Modul-Einschübe gibt....
Nene

Beitrag von Nene »

Leider hast Du recht, aber der Kunde muß halt diese Zeche blechen.
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Wollimann
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Beitrag von Wollimann »

Nene hat geschrieben:Leider hast Du recht, aber der Kunde muß halt diese Zeche blechen.
Irgendwo muss ja das Geld für die Glaspaläste herkommen.
Aber ne Abzocke ist das schon allemal.
Kollegin hat einen VW Gaddy, bei dem seit 3 Jahren jedes Jahr der Klimakompressor defekt sein soll. Wers glaubt wird ...

Wolle
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anncarina
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Beitrag von anncarina »

Also meine 5 Cents:

Das Teil macht einem jede Dreherei die was kann.

Die Ausbildung heißt auch nicht mehr Mechaniker ( lt. Wikipedia: Ein Mechaniker baut Maschinen, Bauteile und technische Geräte zusammen oder auseinander, ist für deren Wartung oder Reparatur zuständig und überprüft deren Funktionstüchtigkeit sondern Mechatroniker.
Diese Berufsbild soll nun alle 3 KFZ Berufsgruppen umfassen. Tatsächlich ist unser Azubi aber der einzige in seiner Klasse der schon mal nen Motor und ein Getriebe überholt hat bzw. dabei zugegen war. Der Hauptaugenmerk bei den heutigen Mechatronikern liegt auf Baugruppentausch was für den Betrieb am einfachsten ist. Denn die Garantie übernimmt der Hersteller, die Zeiten sind fest planbar ( Sind sie bei ner Reparatur fast nie) und der Profit ist im voraus klar.

Das hat erst mal nix mit Glaspalast zu tun sondern ist auch den Kunden geschuldet die immer mehr für immer weniger wollen.
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Geht nicht? Gibt's nicht!
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Wollimann
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Beitrag von Wollimann »

Der Kunde bekommt ja auch -> für immer mehr immer weniger.
Das bezieht sich aber wohl eher auf die großen Autohäuser,
sicherlich nicht alle, nur wenige.
Die aber sind es, die den Kohl fett machen.
Kann doch nicht sein, daß auf einmal jedes Jahr ein Klimakompressor defekt ist und VW sagt:
"Tut uns leid, ist beim Caddy konstruktionsbedingt, können wir nichts machen."
Was wäre der Rat, für eine Frau die den Wagen braucht, ihn mag und von der Technik erst einmal keine Ahnung hat?
Mann/Frau will doch nur Auto fahren, ohne im Kaufpreis gleich die Anwaltskosten einplanen zu müssen.

Und um zum Thema Getriebe zurück zu kehren, Moin Nico, es macht evtl. Sinn einen Schlachter zu besorgen und somit eine kurzfristige Lebensverlängerung zu erhalten. Bei den von dir genannten Preisen ist es aber auch nur eine Frage der Zeit, bis man wieder unterm Wagen liegt.
Ich würde den Vorschlägen von Nene folgen und das Übel an der Wurzel packen. Wer sich zutraut das Getriebe zu tauschen, der sollte auch in der Lage sein sich mal den Getriebe Steuerblock anzuschauen. Infos findet man hier genug oder in Amiforen.
Das geht gut auf der Bühne (notfalls auch gut aufgebockt in der Garage) und kostet nur ein Bruchteil von einem Schlachter oder einem evtl. revidiertem Austauschgetriebe.
Aber das kannst du nur selbst entscheiden.

Wolle
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Nene

Beitrag von Nene »

anncarina hat geschrieben:Denn die Garantie übernimmt der Hersteller, die Zeiten sind fest planbar ( Sind sie bei ner Reparatur fast nie) und der Profit ist im voraus klar.

Das hat erst mal nix mit Glaspalast zu tun sondern ist auch den Kunden geschuldet die immer mehr für immer weniger wollen.
Thomas,
Deiner Schilderung stimme ich grundsätzlich zu, aber es gibt ein aber.
Wenn ich nen neuen Wagen (1-3 Jahre) habe, dann habe ich Garantie.
In dem Fall ist mir dann auch schnuppe was getauscht wird und wie lange dies dauert.
Ist man allerdings aus der Garantiezeit raus, schaut es anders aus.
Mein Tempomathebel ist defekt, warum muß ich das Lenkrad mit kaufen?
Mein Stellmotor vom Sitz ist kaputt, warum muß ich die komplette Sitzkonsole mit 3,4,5 Motoren kaufen?
.....

Hier ging es aber um ein anderes Beispiel.
In dem Fall ein Explorer (könnte aber auch ein anderer Wagen sein) kommt in ne Werkstatt mit nem Problem am Getriebe.
Der Meister macht die Annahme, der hat eigentlich mehr drauf als ein Systemtauscher (Mechatroniker).

Kurz geguckt, gefahren und das Urteil:
Diagnose Getriebeschaden, da muß ein Austauschteil rein.

In dem Fall würde die Werkstatt an den Teilen und der Arbeitszeit verdienen.
An nem Austauschgetriebe mit Aus-/Einbau ist mehr verdient als mit dem Ausgausch des (vielleicht nur) Rückservos.

Der Kunde ist ja doof und vertraut dem Experten.

Richtige Diagnose wäre:
Es könnte evtl. nur der Rückservo gebrochen sein, die Überprüfung kostet X.xx €, falls nicht würde sich aber nur ein Austauschgetriebe rechnen (Kosten X.xx €) da der Arbeitsaufwand für eine Revision höher liegen würde.
Wie sollen wir verfahren?

Dreist währe aber:
"Getriebeschaden, da muß ein Austauschgetriebe" rein, die Summe abkassieren, aber nur den Rückservo ersetzen.

Glaube das es einige Werkstätten gibt die dem Kunden einfach ein Gertriebe verkaufen obwohl sie wissen das der Schaden geringer zu beheben wär.
Glaub auch das es welche gibt die ein Getriebe berechnen und nur den Sevo tauschen.
Dies gilt natürlich auch für andere Teile, das Getriebe war halt hier das Thema.


Das der Kunde immer mehr für immer weniger möchte unterschreibe ich absolut nicht.
Viele Teile werden in Serie verbaut oder in Paketen angeboten um anschließend über die Nutzungsdauer mit dem Ersatzteilgeschäft den Gewinn einzufahren.

Beispiel Ford Kuga:
Die Sensorgesteuerte Heckklappe die automatisch öffnet wenn man nen Fuß unter die Heckschürze hält.
Erst war sie gegen Aufpreis eine Sonderausstattung. Die Kunden nahmen das Angebot aber nich ausreichend war.
Nun ist Sie Serienausstattung, der Kuga ist im Basispreis gestiegen und mit den Ersatzteilen wird somit Provit gescheffelt.
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anncarina
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Beitrag von anncarina »

Also beim Caddy ist ein Klimaschaden nicht Systembedingt und kann auch repariert werden. Wer dreimal wohin fährt wo das Problem nicht gelöst wird ist selber schuld denke ich.
Ein Lenkrad kaufen? Bei welchem Auto?

Und zum Thema: "Die Überprüfung kostet xy führt aber evtl nicht zum Erfolg!"
Diese Aussage wird meiner Meinung nach nur bei Liebhaberfahrzeugen vom Kunden angenommen. Nicht vom Polologanmicra Käufer.
Und warum der Meister so handelt? Meine Sicht dazu hab ich ja vorher schon geschrieben. Planungssicherheit und Haftungsminimierung.
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HGW
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Beitrag von HGW »

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Omnes viae Schöffengrundam ducunt

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Winne2

Beitrag von Winne2 »

anncarina hat geschrieben: Diese Aussage wird meiner Meinung nach nur bei Liebhaberfahrzeugen vom Kunden angenommen. Nicht vom Polologanmicra Käufer.
sehe ich anders, es kommt sehr darauf an, wie man mit dem Kunden spricht und das erklärt (ergibt auch Kundenbindung).... der eine oder andere wird viell. sagen "ich will kein Gebastel, mach neu", wird aber im allgem. nicht der Micra/Logan/Polofahrer sein.....
anncarina hat geschrieben:Meine Sicht dazu hab ich ja vorher schon geschrieben. Planungssicherheit und Haftungsminimierung.
Planungssicherheit beim Gewinn?

Ein Beispiel sind die tollen LCD/LED Fernseher, die Technik selber (technisch gesehen) uralt, bewährt und langlebig, siehe Computermonitore im Dauereinsatz. kaputt gehen da eher periphere Bauteile, beliebt (und gewollt) sind da z.B. Kondensatoren im Netzteil, Centartikel..... kann man auch austauschen, nimmt gescheite Ware und hat Ruhe. Wird nur zu 99% nicht gemacht, zum Teil um ein Komplettmodul zu verhökern (oder gleich nen neuen Fernseher), zum Teil, weil's heute kaum noch ein RaFesete kann.....
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begab
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Beitrag von begab »

+1 @Winne2 & @Nene

Die Nummer mit den vom Hersteller willentlich "unterdimensionierten" Bauteilen kann ich bestätigen.

Bsp. 1: Bleche für den Fahrzeugbau
Ein sehr guter Kumpel von mir arbeitete in einer Metallbude, die u.a. Bleche für Mercedes & BMW in Klimakammern prüfen (Simulation von 5 Jahren Alterung in 72 Std.). Alle Chargen die nicht den erwünschte Korrosionsgrad zeigten, wurden reklamiert und von der weiteren Verarbeitung ausgeschlossen.

Bsp. 2: Heimelektronik
Mitte der 90er spendierten wir uns eine für damalige Verhältnisse Top-Musikanlage von Kenwood für'n Haufen D-Märker. Nach ca. 3 Jahren streikte zunehmend immer wieder das eine oder andere Wiedergabeteil (vorzugsweise der CD-Player). In einer Fachwerkstatt alter Schule haben wir dann auf deren anraten hin alle minderbemittelten Bauteile - z.B. Kondensatoren etc. - mit geeigneten Teilen austauschen lassen. Seit dem ... alles funzt perfekt ohne jedwede Rep.

Für die Werkstatt war/ist das bestimmt nicht die schnelle, planbare Einnahmequelle. Für uns ist sie dafür die erste Anlaufstelle. :)
sonnigen Gruss
Bernd

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