Interflieger hat geschrieben:...Ich halte es auch für nicht möglich, dass man dieses Auto 2004 als Neufahrzeug für 10.000 Euro weniger irgendwo bekommen hätte (incl. Steuer, Fracht, Umrüstung, Zulassung)...
Klar geht das. Für die Differenz bezahlt man eben einen "rundum-sorglos" Service. Wer sich selbst um alle kümmert,bezahlt deutlich weniger, hat aber eben den zeitlichen und ggf. auch nervlichen Aufwand.
Beim "Spezi" bekommt man eben alle Papiere, usw. und geht einfach anmelden. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftsdtätigkeit als "Spezi" ist iimmer zu allererst, dass man sich ein paar TÜV-Prüfer findet (oder auf die inoffizielle Gehaltsliste setzt - und ja, das gibt's öfter als man glauben mag), die dann bereitwillig ihren Sanktus geben.
Der zweitwichtigste Schritt zur erfolgreichen Geschäftstätigkeit als "US-Car Spezialist" ist, dass man sich einen Strohmann in den USA findet, der mittels Auto-Broker Lizenz auf den Händlerauktionen einkaufen kann. Der durschnittliche "Preis" für solche Anschaffungen liegt aktuell bei $500,- bis $1,000 pro angekauftem Fahrzeug.
Der drittwichtigste Schritt ist, sich einen zuverlässigen Transporteur zu finden. Bei eintsprechender Stückzahl an versendeten Fahruzeugen sinkt die Frachtrate pro Auto so rasch auf ein paar hundert Dollar. Es kommen dann noch in Bremerhaven (zBsp. ) ein paar hundert Euro für die Abwicklung vor Ort hinzu, aber das macht das Kraut auch nicht fett.
Nur als kleines Rechenbeispiel:
Ein aktueller 2009er Explorer kostet hier beim Händler - wohlgemerkt: Beim Händler(!) und nicht bei den Auktionen - in XLT Ausstattung mit ein paar Zusatzextras im Abverkauf so ungefähr $27,000, also knapp Euro 18,000,-
Bis das Ding in Deutschland ist, soll's von mir aus per Luxustransport, Hafengebühren, etc. umgerechnet knapp Euro 20,000 kosten.
Dann kommen 10% Zoll dazu = Euro 22,000,-
Umbaukosten, sagen wir in Höhe von sagenhaften Euro 1,000, also Euro 23,000
TÜV soll dann noch einmal mit Euro 1,500 zu Buche schlagen = 24,500
Und dann noch Vorsteuer auf das ganze Paket = 29,155.00 Euro
Das Auto steht dann, angeschrieben um irgendwas bei 45,000 Euro, auf'm Platz und der Kunde freut sich ein Bein ab, weil ihm nach langwierigen Verhandlungen der Wagen um knapp 39,900,- verkauft wurde. Dafür gibt's dann noch Fussmatten von ATU dazu...
So funktioniert das System und wer die rund Euro 10,000 hat, wird damit auch seine Freude haben. Wer sich die knapp 20,000 DM sparen will, muss sich eben selbst eine Spedition finden, einen TÜV-Prüfer, usw. Aber dafür hat er halt dann für die nächsten paar Jahre noch das Spritgeld in der Tasche.
Und wie gesagt: Diese Berechnung war jetzt für ein neues Auto vom Händler. Bei Fahrzeugen von den Händlerauktionen liegen die Preise viel, viel niedriger - die Ankaufspreise, nicht die Verkaufspreise...
