Gigantischer Wertverlust

...aber legal und anständig ist!
Benutzeravatar
Interflieger
Beiträge: 2905
Registriert: 04.09.2005 20:43
Wohnort: Leipzig und Hergershausen

Gigantischer Wertverlust

Beitrag von Interflieger »

Hallo zusammen,

wenn es noch eines Argumentes bedurft hätte, sich einen gebrauchten Explorer zuzulegen, dann hab ich das grad bei Stöbern gefunden...ich bin im Netz über die 2004-er Preisliste eines damaligen Neu-Importeurs nach Deutschland gestolpert. Da ich mir grad eben einen XP III aus 12/2004 zugelegt habe, hab ich mal geschaut, was da als Neuwagen so aufgerufen wurde. Mit der Ausstattung von meinem Dicken bin auf sage und schreibe 44.643 Euro gekommen (incl. Fracht und Brief natürlich).

http://www.uscars24.de/fahrzeug_bilder_ ... plorer.pdf

Wenn ich mir dann überlege, dass ich für meinen grade 5-jährigen mit 72000km auf der Uhr und in einem geleckten technischen und optischen Zustand mit 2 Jahren Garantie aufs gesamte Fahrzeug noch nichtmal ein Viertel des Neupreises bezahlt habe, dann gibt es keinen logischen Grund mehr, bei großen SUV nach deutschen Herstellern zu schielen... :-))

Grüße vom Interflieger
--

BMW 520d, Bj. 2017
Dacia Duster 4x4, 2013, dci110
Trabant P601A Kübel, 1972, mit WAF und CAF, powered by VEB Sachsenring Zwickau
Triumph Tiger 900, 1994
Benutzeravatar
anncarina
Moderatoren-Team
Moderatoren-Team
Beiträge: 20656
Registriert: 28.06.2007 21:24
Wohnort: anncarina
Kontaktdaten:

Beitrag von anncarina »

Da gibts eh keinen Grund ausser man rast gern und verbraucht deutlich über 20 Liter.
Die Ausstattungsbereinigten BMW etc kosten durchweg das doppelte bis zum dreifachen eines neuen XP.
www.anncarina.de
Schaden.- und Wertgutachter spezialisiert auf US Ford.
Geht nicht? Gibt's nicht!
Bitte Anfragen nicht per Telefon stellen sondern nur übers Forum.
Alterspinner

Beitrag von Alterspinner »

uscar24 ist eine apotheke...
Benutzeravatar
anncarina
Moderatoren-Team
Moderatoren-Team
Beiträge: 20656
Registriert: 28.06.2007 21:24
Wohnort: anncarina
Kontaktdaten:

Beitrag von anncarina »

das stimmt :wink:
www.anncarina.de
Schaden.- und Wertgutachter spezialisiert auf US Ford.
Geht nicht? Gibt's nicht!
Bitte Anfragen nicht per Telefon stellen sondern nur übers Forum.
Benutzeravatar
granikos
Beiträge: 436
Registriert: 07.06.2008 14:32
Wohnort: Wuppertal

Beitrag von granikos »

Was soll das den heissen ??""Apotheke""
Damals hatte ich meinen Mustang by US Cars24 Modifizieren lassen tieferlegeung mit allem pipapo ... :)
07 er Lincoln Navigator[5LMFU28517LJ18909] (Vialle LPImit 130 L.Brutto )
(2.er)Ford Explorer Limited Bj:2000 Vialle LPI 83 Litre Aussen tank

96'er Ford Mustang GT Convertible
(1.er)2001 er Ford Explorer
Benutzeravatar
homerbundy
Beiträge: 3790
Registriert: 24.07.2005 21:53
Wohnort: Garden Grove, CA

Beitrag von homerbundy »

granikos hat geschrieben:Was soll das den heissen ??""Apotheke"
Das heisst, dass die Firma mindetens € 10,000 bei jedem Auto aufschlägt. Das funktioniert bei allen "US-Car" Spezialisten gleich. Die Autos sind nie - absolut nie(!) - so alt/neu wie angegeben. Fast immer sind die Autos zumindest Vorjahresmodelle, oder Abverkaufsfahrzeuge des aktuellen Modelljahres - kurz vor'm Modelljahrwechsel.

Möglich macht das die unsägliche Praxis, dass in D nicht das tatsächliche Modelljahr, sondern die Erstzulassung als "Baujahr" (vom Kunden) akzeptiert werden. Ich kenne Händler, die 4-5 Jahre alte Autos noch als Neuwagen anbieten - nur weil die halt noch noch zugelassen wurden.

Schick' mir einmal die Fahrgestellnummer deines Explorers. Dann sag' ich dir gleich, ob der 12/2004 gebaut wurde... :wink:

Autos, die sich noch in den USA leicht verkaufen lassen, werden auch noch in den USA verkauft. Nur was sich hier absolut nicht weiterbringen lässt, kommt zu den grossen Händlerauktionen und von dort geht's dann an die US-Car "Spezis" in alle Welt.

Um sich die Grössenordnungen vorstellen zu können: Alleine bei den Auktionen im Grossraum LA geht's da um rund 40,000 - 60,000 Fahrzeuge pro Monat. Bei der grössten (ständigen) Händlerauktion in Mannheim, Illinois geht's um durchschnittlich über 120,000 Fahrzeuge - natürlich auch pro Monat.

Fahrzeuge die auf diesen Auktionen 1-3x keinen Käufer gefunden haben, werden teilweise um 30% vom Listenpreis (nicht 30% Nachlass) verkauft. Und das bekommt man dann eben beim "Spezi" - zum Listenpreis...
2 XP's: 1x '91 Eddie Bauer 4x4, 1x '94 Export, 1x '02 Excursion 6.8L V10 4x4
Alterspinner

Beitrag von Alterspinner »

granikos hat geschrieben:Was soll das den heissen ??""Apotheke""
Damals hatte ich meinen Mustang by US Cars24 Modifizieren lassen tieferlegeung mit allem pipapo ... :)

und was willst du sagen? ... das du einen guten preis hattest? ..
becker
Beiträge: 968
Registriert: 10.08.2007 23:01
Wohnort: Coesfeld

Beitrag von becker »

War wohl noch DM :lol:
MfG Boris


`97er Explorer 4,0l SOHC bis 06/13 jetzt Touaregfahrer
________________________________________

...nass ist es erst, wenn Du Wellen siehst...
Benutzeravatar
Interflieger
Beiträge: 2905
Registriert: 04.09.2005 20:43
Wohnort: Leipzig und Hergershausen

Kein UScar Fahrzeug

Beitrag von Interflieger »

Um das mal klarer zu formulieren...das von mir gekaufte Fahrzeug ist nicht über USCars ins Land gekommen sondern als "Umsiedlungsgut" (so nennt der Zoll das) eines Deutschen, der aus den USA zurückgekommen ist. Nach der Zoll-Veräusserungssperre hat er es dann hier verkauft. Der Link zu USCars soll nur klarmachen, wie hoch der Wertverlust sein kann. Immerhin satte 80% in 5 Jahren (wenn man den Neupreis von USCars nimmt). Ich halte es auch für nicht möglich, dass man dieses Auto 2004 als Neufahrzeug für 10.000 Euro weniger irgendwo bekommen hätte (incl. Steuer, Fracht, Umrüstung, Zulassung).
Eine generelle Diskussion zu USCars sollte das eigentlich nicht werden.

Grüße vom Interflieger
--

BMW 520d, Bj. 2017
Dacia Duster 4x4, 2013, dci110
Trabant P601A Kübel, 1972, mit WAF und CAF, powered by VEB Sachsenring Zwickau
Triumph Tiger 900, 1994
Tanja

Beitrag von Tanja »

Interflieger,
keiner wollte dich hier "angreifen".

Grundsätzlich ist das, was du in deinem Anfangsbeitrag geschrieben hast nichts neues.
Nimm nur als Beispiel einen Chrysler Grand Voyager, der kostet neu ca 46.000 € (bzw eher mehr) nach 4 bis 5 Jahren kostet er als Gebrauchter oft unter 10.000 €

Die Firma, die US Wagen importiert ist jedoch nicht die Heilsarmee, die machen sich einen lukrativen Verdienst daraus - HB hat es ja schon ausführlich erklärt.
Im Übrigen versuchen auch hiesige in D angesiedelte Autohäuser ihre Vorjahresmodelle oder Abverkaufsfahrzeuge des aktuellen Modelljahres die kurz vor dem Modelljahrwechsel stehen so "günstiger" los zu werden.

Nichts für ungut also.
Benutzeravatar
Interflieger
Beiträge: 2905
Registriert: 04.09.2005 20:43
Wohnort: Leipzig und Hergershausen

Angegriffen?

Beitrag von Interflieger »

Mich hat doch keiner angegriffen, oder? Zumindest hab ich es nicht so empfunden. :-) Alles ist doch gut, ich wollts nur etwas klarer formulieren.

Danke, Tanja

Grüße vom Interflieger
--

BMW 520d, Bj. 2017
Dacia Duster 4x4, 2013, dci110
Trabant P601A Kübel, 1972, mit WAF und CAF, powered by VEB Sachsenring Zwickau
Triumph Tiger 900, 1994
micha2
Beiträge: 669
Registriert: 22.07.2005 11:59
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitrag von micha2 »

Wer will denn bei einer 120-mm-Glattrohrkanone angreifen? :D
Das Leben ist voller Überraschungen, es ist nicht immer edel oder erhaben, manchmal ist es absurd, aber es gibt immer eine Hoffnung.
Benutzeravatar
homerbundy
Beiträge: 3790
Registriert: 24.07.2005 21:53
Wohnort: Garden Grove, CA

Re: Kein UScar Fahrzeug

Beitrag von homerbundy »

Interflieger hat geschrieben:...Ich halte es auch für nicht möglich, dass man dieses Auto 2004 als Neufahrzeug für 10.000 Euro weniger irgendwo bekommen hätte (incl. Steuer, Fracht, Umrüstung, Zulassung)...
Klar geht das. Für die Differenz bezahlt man eben einen "rundum-sorglos" Service. Wer sich selbst um alle kümmert,bezahlt deutlich weniger, hat aber eben den zeitlichen und ggf. auch nervlichen Aufwand.

Beim "Spezi" bekommt man eben alle Papiere, usw. und geht einfach anmelden. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftsdtätigkeit als "Spezi" ist iimmer zu allererst, dass man sich ein paar TÜV-Prüfer findet (oder auf die inoffizielle Gehaltsliste setzt - und ja, das gibt's öfter als man glauben mag), die dann bereitwillig ihren Sanktus geben.

Der zweitwichtigste Schritt zur erfolgreichen Geschäftstätigkeit als "US-Car Spezialist" ist, dass man sich einen Strohmann in den USA findet, der mittels Auto-Broker Lizenz auf den Händlerauktionen einkaufen kann. Der durschnittliche "Preis" für solche Anschaffungen liegt aktuell bei $500,- bis $1,000 pro angekauftem Fahrzeug.

Der drittwichtigste Schritt ist, sich einen zuverlässigen Transporteur zu finden. Bei eintsprechender Stückzahl an versendeten Fahruzeugen sinkt die Frachtrate pro Auto so rasch auf ein paar hundert Dollar. Es kommen dann noch in Bremerhaven (zBsp. ) ein paar hundert Euro für die Abwicklung vor Ort hinzu, aber das macht das Kraut auch nicht fett.

Nur als kleines Rechenbeispiel:

Ein aktueller 2009er Explorer kostet hier beim Händler - wohlgemerkt: Beim Händler(!) und nicht bei den Auktionen - in XLT Ausstattung mit ein paar Zusatzextras im Abverkauf so ungefähr $27,000, also knapp Euro 18,000,-

Bis das Ding in Deutschland ist, soll's von mir aus per Luxustransport, Hafengebühren, etc. umgerechnet knapp Euro 20,000 kosten.

Dann kommen 10% Zoll dazu = Euro 22,000,-
Umbaukosten, sagen wir in Höhe von sagenhaften Euro 1,000, also Euro 23,000
TÜV soll dann noch einmal mit Euro 1,500 zu Buche schlagen = 24,500
Und dann noch Vorsteuer auf das ganze Paket = 29,155.00 Euro

Das Auto steht dann, angeschrieben um irgendwas bei 45,000 Euro, auf'm Platz und der Kunde freut sich ein Bein ab, weil ihm nach langwierigen Verhandlungen der Wagen um knapp 39,900,- verkauft wurde. Dafür gibt's dann noch Fussmatten von ATU dazu...

So funktioniert das System und wer die rund Euro 10,000 hat, wird damit auch seine Freude haben. Wer sich die knapp 20,000 DM sparen will, muss sich eben selbst eine Spedition finden, einen TÜV-Prüfer, usw. Aber dafür hat er halt dann für die nächsten paar Jahre noch das Spritgeld in der Tasche.

Und wie gesagt: Diese Berechnung war jetzt für ein neues Auto vom Händler. Bei Fahrzeugen von den Händlerauktionen liegen die Preise viel, viel niedriger - die Ankaufspreise, nicht die Verkaufspreise... :wink:
2 XP's: 1x '91 Eddie Bauer 4x4, 1x '94 Export, 1x '02 Excursion 6.8L V10 4x4
Benutzeravatar
Interflieger
Beiträge: 2905
Registriert: 04.09.2005 20:43
Wohnort: Leipzig und Hergershausen

Super Erklärung

Beitrag von Interflieger »

Toll, danke...oder wie unser Freund Loddar jetzt sagen würde: Again what learned. :-)

Trotzdem war mir mein Gebraucht-Preis ohne Nervenkrieg dann deutlich lieber als Euros, die ich ja eh nicht hab... ;-)

Grüße vom Interflieger
--

BMW 520d, Bj. 2017
Dacia Duster 4x4, 2013, dci110
Trabant P601A Kübel, 1972, mit WAF und CAF, powered by VEB Sachsenring Zwickau
Triumph Tiger 900, 1994
Benutzeravatar
anncarina
Moderatoren-Team
Moderatoren-Team
Beiträge: 20656
Registriert: 28.06.2007 21:24
Wohnort: anncarina
Kontaktdaten:

Re: Kein UScar Fahrzeug

Beitrag von anncarina »

homerbundy hat geschrieben: Und wie gesagt: Diese Berechnung war jetzt für ein neues Auto vom Händler. Bei Fahrzeugen von den Händlerauktionen liegen die Preise viel, viel niedriger - die Ankaufspreise, nicht die Verkaufspreise... :wink:
Und der Händler in USA wird ja auch noch Rabatt bei Barzahlung gewähren - NACHDEM er mit dem Staunen fertig ist das einer nicht NUR die monatsrate wissen will und Bargeld aufn Tisch packt :lol: :lol: :lol:
www.anncarina.de
Schaden.- und Wertgutachter spezialisiert auf US Ford.
Geht nicht? Gibt's nicht!
Bitte Anfragen nicht per Telefon stellen sondern nur übers Forum.
Antworten