XP3 5R55W Automatik... wirklich wartungsfrei?

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StefanL.
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XP3 5R55W Automatik... wirklich wartungsfrei?

Beitrag von StefanL. »

Hi,

angeblich soll ja der 5r55w-Automat im XP3 (ab MJ 2002) "sealed" und wartungsfrei sein und den ersten Service erst bei 100.000 mls (!) benötigen. Es gibt ja auch nicht mal mehr nen Ölpeilstab fürs Getriebe :shock: .

An die Getriebespezies hier, was haltet Ihr davon? Ein Öl- und Filterwechsel alle sagen wir mal 50-60.000 mls tut dem aber sicher auch gut, oder?
Das 5r55w ist ja schliesslich im Grunde baugleich mit dem 5r55e des XP2, oder bin ich da falsch informiert?

Danke für Eure Tipps,

Grüße Stefan
Falk

Beitrag von Falk »

Hallo Stefan

Ist das nicht sogar bis 150.000 mls. wartungsfrei ?

Aber es ist tatsächlich eine Weiterentwicklung vom 5R55E.
Also auch mit Bremsbändern und Kupplungsscheiben.

Verkehrt ist es sicherlich nicht diesbezüglich auch beim Explorer III den europäischen Verkehrsverhältnissen Rechnung zu tragen und den Ölwechsel etwas vorzuziehen.

Hast du jemanden an der Hand, der sich damit auskennt.
So einfach ist es ja bei dem Getriebe nun nicht mehr :shock:
StefanL.
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Beitrag von StefanL. »

Hey Falk,

Du hast recht, alle 150.000 mls... Wahnsinn.

Ich habe meinen XP3 noch gar nicht, er kommt in ca. 3 Wochen hier an :D . Ist ein Florida-Import, 2004er mit 50.000 auf der Uhr.

Ich pflege einen ruhigen Fahrstil und setze auf der Bahn bei spätestens 130 km/h den Tempomat, aber ich werde sicher dennoch eher einen Ölservice bei dem Getriebe machen lassen, zumal es laut US-Foren immer noch DER Schwachpunkt am XP ist :(

Leider hab ich noch niemanden an der Hand, der Erfahrung mit dem 5r55w hat... gibt es hier jemanden im Forum, idealerweise im Raum Berlin-Brandenburg?

Grüße, Stefan
XP4,0

Beitrag von XP4,0 »

Hi,

ich muß euch auch beim XPIII weiterhin empfehlen einmal im Jahr oder alle 20000 km das Getriebeöl mit Filter wechseln zu lassen, das W Getriebe ist leider nur eine etwas bessere Form vom E Getriebe, und läuft weiterhin mit Bändern und Lamellen (Lamellen hat eigentlich jeder Automat).
Also am besten immer gleich mit dem jährlichen Motorölwechsel das Getriebeöl mit Filter raus und neu rein.

grüße

matze
StefanL.
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Beitrag von StefanL. »

Hi,

@XP4,0 das ist aber heftig, alle 20.000 km... meinst Du nicht bei gemäßigter Fahrweise, ohne Hängerbetrieb, ohne Gelänefahrten, im Flachland reicht auch alle zwei Jahre/40.000 km?

Da drängt sich mir die Frage auf, warum Ford einen "Service" nach 150.000 mls vorschreibt? :sad: Da kann man das Ding doch in die Tonne kloppen, falls es überhaupt so lang hält!
Schade auch, dass Ford es nicht geschafft hat, im Rahmen des Modellwechsels den Getriebeschwachpunkt auszubügeln...

Ich werde auf jeden Fall erstmal sofort Öl/Filterwechsel machen lassen, wenn der Wagen hier ist.
Die Frage ist nur, wo und wie teuer ca.? Gibt's hier noch andere XP3-Fahrer, die das schon mal haben machen lassen? Irgendwelche Tipps?

Danke, Stefan
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HGW
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Beitrag von HGW »

Hallo StefanL,

bei den älteren 5R55E-Getrieben ist in den USA ja 30.000 Meilen oder 45.000 km der Wechsel vorgeschrieben. Wenn die Getriebe hier härter herangenommen werden, verkürzt sich das Intervall eher - insofern kann ich die Empfehlung von matze schon verstehen. Es kommt auch darauf an, ob man spült oder nur die Ölwanne abnimmt - dann macht man ja ohnehin nur einen halben Wechsel (= Halbierung des Intervalls).

> Da drängt sich mir die Frage auf, warum Ford einen "Service" nach
> 150.000 mls vorschreibt? Da kann man das Ding doch in die Tonne
> kloppen, falls es überhaupt so lang hält!

Alle Hersteller orientieren sich primär an den Interessen der Neuwagenkäufer und nicht an denen der Nachbesitzer - nicht umsonst sind die Automaten bei BMW und Mercedes angeblich auch "wartungsfrei", was leider absoluter Nonsens ist, denn die ZF-Automaten brauchen nach spätestens 100.000 km genauso neues Getriebeöl wie alle anderen Automatikgetriebe der Welt auch. Aber der Leasing-Kunde hat das Fahrzeug bis dahin längst abgestoßen und verschleißt ein neues Auto...

> Schade auch, dass Ford es nicht geschafft hat, im Rahmen des
> Modellwechsels den Getriebeschwachpunkt auszubügeln...

Dazu müssten sie Naturgesetze außer Kraft setzen, was leider auch für Ford nicht möglich ist ;)
Automatikgetriebe sind bei allen Fahrzeugen dieser Klasse tendenziell problematisch. Ein Tribut an Leistung, Gewicht und Einsatzbedingungen.
Omnes viae Schöffengrundam ducunt

Ford Explorer SOHC Bj. 98
Falk

Beitrag von Falk »

Hallo Stefan

Man muss sich mal erkundigen, ob das ein ganz spezielles Getriebeöl als Erstfüllung drin ist. Vermute mal, dass es aber auch nur Mercon V ist.

Ansonsten ist das befüllen des Getriebes eine kleine Wissenschaft für sich.

Zum Filter wechseln muss die Ölwanne runter - klar - Ölwanne wieder dran .... und dann brauchst du ein Spezialtool.
Diese wird in eine vorhande Mutter im Ölwannenboden geschraubt.
Danach wird mit Druck (ähnlich einer Spritze/Fettpresse) das Öl von unten in das Getriebe gedrückt.
Zu viel eingefülltes Öl fließt aus der offenen Muttergewindebohrung wieder raus.

Wenn du die Möglichkeit hast, lass dir doch gleich das Werkzeug in den USA mit in den Wagen legen. Plus neuer Dichtung und Filter (gibt es hier auch nicht an jeder Ecke für den Explorer III)

Hier mal die Teilenummern der Werkzeuge die du brauchst:
(Fotos aus explorer4x4.com)
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StefanL.
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Beitrag von StefanL. »

Hey Falk,

danke für die Teilenummern! Hab über das US-Forum auch schon ne sehr detaillierte PDF-Datei zum Aufbau des 5r55w runtergeladen.

Die Spezialtools und den Filter werd ich jetzt anderweitig bestellen müsen, mein Wagen ist bereits auf See und kommt am 14.7. in Bremerhaven an :)

Dann brauch ich nur noch ne Werkstatt im Berliner Raum, die sich da rantraut... selber schrauben, das trau ich mir in dem Fall nicht zu, ganz ehrlich.

Erstfüllung ist tatsächlich mercon V, glaube ich irgendwo gelesen zu haben... nix mit Spezialöl.

@HGW klar kann Ford die Physik nicht aushebeln :wink:
Habe mal gestöbert und festgestellt, dass z.B. der direkte Konkurrent Dodge Durango auch nicht frei von Getriebeproblemen ist.
aber GM hat doch z.B. mit dem TH 400 gezeigt, dass es auch anders geht... klar, das Ding hat nur drei Vorwärtsgänge und schaltet unterdruckgesteuert, aber es läuft... auch im Militärfahrzeug Hummer H1.
Ich bin früher lange Zeit Chevy Blazer Ex-Army gefahren, daher kenn ich den Automaten.
Aber ok, komfortabel ist was anderes, und das man keine ähnlich zuverlässige Fünf oder mehr Stufen Automatik mit elektronischer Ansteuerung und butterweichen Schaltvorgängen bauen kann, liegt halt in der Natur der Sache.
Wie gesagt, ich wollte hier keinesfalls Ford als Hersteller schlecht machen, fahre ja selbst bald einen :D

Grüße, Stefan
Falk

Beitrag von Falk »

Hallo Stefan
Hab über das US-Forum auch schon ne sehr detaillierte PDF-Datei zum Aufbau des 5r55w runtergeladen.
Hast du mal einen Link dazu ?
StefanL.
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Beitrag von StefanL. »

http://www.ratiotek.com/tmp/5r55w-complete.pdf

Mit schönen Abbildungen. Grüße, Stefan
XP4,0

Beitrag von XP4,0 »

Hi,

ja im Prinzip reicht auch alle 40000 km, allerdings ist es einfacher wenn man es beim Jährlichen Motorölwechsel gleich mit dazu macht, vor allem ist es bei den XP´s von 91´ bis 01´ auch nicht so schwer.
Nur ein keines Beispiel :

Habe mir vor 2 Wochen einen 95´ Audi A8 gekauft, so als Alltagsauto, schaltet recht Ordentlich für mich als Getriebemensch allerdings nicht gut genug für ein Oberklasse Auto, also mal kundig gemacht.
Der Wagen hat selbstverständlich lückenloses Audi Scheckheft, da dachte ich ok, da haben die das wohl gemacht mit dem Ölwechsel.
Audi angerufen, von 4 Werkstätten teilten mir 3 mit, daß das Audi Automatikgetriebe eine Lebenslange Füllung hätte (da dachte ich wieso, darf das Getriebe nur 5 Jahre leben ?)
Also da hab ich mir Sicherheitshalber 5 Liter Original Audi Öl besorgt, und nen Filter mit allem Kleinkram und schrauben rund 120,00 €.
So nun noch den Auspuff ab (3 stunden arbeit, alle schrauben verrottet) Wanne runter, Filter raus, neuen rein, füllen, Auspuff dran, Ölstand einstellen, fertig.
Also eins vorweg, die Brühe die da rauskam, kann definitiv keine Gummidichtungen mehr schützen und Erhalten, es war tiefstes Braun/schwarz.
Ich kann euch nur sagen, das die 4 Liter die effektiv reingegangen sind, ein um 100 % verbesserten Schaltvorgang nach sich zogen.
Ich werde den wechsel jetzt noch 2 mal machen, um auch die letzten Reste altes Öl raus zu bekommen, (mir gefällt das mit dem spülen nicht so wirklich) Ich denke mein Getriebe wird es mir danken. (Wenn net dann überhol ichs halt :wink:)
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HGW
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Beitrag von HGW »

Hallo Stefan,

> aber GM hat doch z.B. mit dem TH 400 gezeigt, dass es auch anders
> geht... klar, das Ding hat nur drei Vorwärtsgänge und schaltet
> unterdruckgesteuert, aber es läuft...

und

> und das man keine ähnlich zuverlässige Fünf oder mehr Stufen
> Automatik mit elektronischer Ansteuerung und butterweichen
> Schaltvorgängen bauen kann, liegt halt in der Natur der Sache.

Je mehr Gänge das Getriebe hat, desto filligraner ist die Technik aufgebaut. Folge: Mehr Schaltvorgänge, mehr Bauteile (Fehlerquellen) und weniger Reserven der einzelnen Bauteile. Persönlich halte ich gerade bei kraftvollen Motoren eine höhere Anzahl als vier Gänge nicht nur für überflüssig, sondern auch für nutzlos, wenn die Gesamtübersetzung der Getriebe vergleichbar bleibt (also nur eine feinere Abstufung zwischen niedrigstem und höchstem Gang erfolgt). Hauptsache, der höchste Gang ist als Schongang ausgelegt (Overdrive), das ist schon wichtig.

Was die Unterdrucksteuerung angeht: Das unterdruckgesteuerte C3-Getriebe meines Granada ´75 steht im Schaltkomfort einem 5R55E im Explorer SOHC in nichts nach. Hingegen schaltet das vollelektronisch gesteuerte ZF-Getriebe in meinem Jaguar XJ40 so hart, dass ich es zärtlich mein "Knochenbrecher-Getriebe" nenne. Mann kann offenbar beides richtig und beides falsch machen.
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Woher stammt die Info, dass die Wartungsintervalle für das Getriebe alle 100,000mls wäre?

Es ist für den 2004 Ford Truck Explorer 4WD V6-4.0L VIN E eine Inspektion der AT-Fluid alle 15,000mls und ein Wechsel alle 30,000mls vorgeschrieben.
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HGW
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Beitrag von HGW »

Hallo homerbundy,

interessant - für die aktuellen Modelle habe ich nämlich auch keine Wartungspläne.

Möglich, dass jemand 15.000 und 150.000 verwechselt hat.
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Beitrag von StefanL. »

@HGW Deinen Ausführungen habe ich nichts hinzuzufügen :wink:
Nachdem ich damals festgestellt hatte, dass es ein Vakuumventil gab, mit dem die Schaltpunkte beeinflusst werden können, hat das TH400 in meinem K5 auch sehr sanft geschaltet.

@homerbundy Du hast recht, was Fahrzeuge mit häufigem Hängerbetrieb angeht. Hier schreibt Ford alle 15.000 mls ne Prüfung und alle 30.000 den Austausch des Automatiköls vor. Der Filter ist laut Wartungsplan aber erst nach 150.000 mls dran :?
Für alle "normal" genutzten Explorer schreibt Ford den Wechsel alle 150.000 mls vor...

Für alle Interessierten: Wartungspläne für Ford ab Bj. 96 gibt es hier:

https://www.fleet.ford.com/maintenance/ ... Getymm.asp

Einfach Typ und Baujahr oder alternativ die FIN eingeben, und los gehts.

Grüße,
Stefan
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