Das ist doch ganz einfach:
Es wird in Deutschland kaum eine andere Werkstatt geben, bei der eine ähnliche Anzahl von Explorern über den Hof rollen. Und wenn jemand so viele Autos von diesem Typ pro Woche macht, wie ein Anderer in 2 Jahren nicht, dann kennt er fast jeden Fehler mit Vornamen. Über die damit verbundene Fingerfertigkeit habe ich hier schon des öfteren geschwärmt, das hat mich um so mehr verblüfft, da ich auch vom Fach bin und mit Thomas mitschrauben durfte
Das alles macht dann aber immer noch nicht die "Traumwerkstatt" aus, da fehlt noch die persönliche Einstellung des Meisters, die Thomas nicht nur in seiner Signatur stehen hat, sondern auch wirklich lebt! Da interessiert sich noch jemand für die Teile, die er in den Fingern hält. Die heutigen "Mechatroniker" wissen zum Teil doch garnicht was das Teil, das sie tauschen eigentlich bewirkt
Für mich persönlich kommt dazu noch dass ich genau in einer Werkstatt dieser Größenordnung (kleiner Familienbetrieb mit Senior- und Juniorchef) gelernt habe. Da ist auch manchmal noch die Drehbank von 1950 zum Einsatz gekommen. Sowas lernen die "Stifte" von heute höchstens noch in der Theorie. Wenn irgendwo etwas kaputt war, was es so nicht gab, wurde es halt nachgebaut.
Oder wenn z.B. bei einem BMW oder Mercedes die hinteren Bremsscheiben vom Rand her die typischen Rostspuren aufweisen, habe ich lieber eine Werkstatt die mir die Originalscheiben abdreht (solange die Mindeststärke noch nicht erreicht ist), als eine, die mir billigen Taiwan-Nachbau für teures Geld einbaut
UND: Der Kunde darf mit in die Werkstatt!! Bei Mercedes haben die mich letztens rausgeworfen, als ich mal einen Blick auf mein Auto werfen wollte...
Und obwohl ich bezüglich Handwerkerleisung eher ein kritischer Mensch bin, fuhr ich bei Thomas eben zufrieden vom Hof. Wenn ich hier dann lese, dass das eigentlich alle tun, die in Schöffengrund gewesen sind, hat er sich diesen Status eben redlich verdient
